Nur Gewalt in allen ausdenkbaren Formen kann diesen als Irrweg gegen den Willen der totalexistierenden, geistig freien Individualität erzwingen. Wir brauchen keinen Dombaumeister mehr, der uns das irdische, sinnenfällige Gotteshaus als Ersatz für das erkenntniskünstlerische Denken anbietet. Die Pflege eines Kulturgutes muß zum Erkenntnisgewinn beitragen, indem sein Beitrag zur Evolution des schöpfungsgemäßen Menschenbildes aufgezeigt wird. Seit Goethe, Nietzsche und Rudolf Steiner ist der direkte Weg zu Gott der indirekte über die Selbstbildung vermittelte. Der Aspekt des Ganzen ist das Ganze selbst. Jeder Mensch baut seinen eigenen Dom auf dem Land, das er nach seiner Wiedergeburt als das Gebiet vorfindet, welches er früher im Sinne Goethes, im Sinne der griechisch klassischen Paideia kultiviert hat. Dieser Dombau vollzieht sich unaufhörlich und über Äonen hinweg. Zusammengenommen ist es der Dombau, das Gesamtkunstwerk, die aus den besonderen Menschengeistern bestehende Arete aller. Jeder in der sogenannten Öffentlichkeit der Natur aufgezwungene Dombau wiederspricht den lebendigen Schöpfungsgesetzen. Der zeitgemäße und dem Wesen des Menschen entsprechende Dom kommt aus der Zukunft und steht nicht auf der untersten Seinsebene des Totenreiches, wo der Gleichheitsbegriff seine menschenverachtende Vollendung erfährt, sondern auf der obersten Seinsebene des freien Menschengeistes.
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