Praxis

(26/06/16) Wahrheit und Schein finden in der kunsttherapeutisch angewandten Poesie 1) im Sinne von Novalis wieder zusammen. Auch mit ihm, der ja den “Göte” einen “Liturg der Physik” nennt, der die Urbilder in der “versteinerten Zauberstadt” durch die Wärme der liebevollen Zuwendung wieder zu neuem Leben erwecken will, gelingt es uns selbst aus unserer fremdbestimmten, unlebendigen Morphe zu befreien. Vorurteilslos werden wir wieder Teil des “evolutionären Ablösungsgeschehens” 2) in unserem eigenen freien Geistesleben und gewinnen so die “freie Wiedervereinigungsfähigkeit” mit dem Geistigen in der Schöpfung.
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1) Nicht nur ästhetisch, sondern auch poetisch will sich das Weltwesen äußern, deshalb wurde statt “Ästhetik” “Poesie” gewählt, obwohl im Deutschen die Ästhetik auch den Geschmack konnotiert. (06/06/17)
2) Klaus Harmann, “Die freiheitliche Sprachauffassung des Novalis”. Bouvier 1987. Bonn. S. 148.